Spiritualität & Medialität als Reichtum der Gesellschaft

In der spirituell genannten Entfaltung, in der sich alle Menschen bewegen, sind sensitive und mediale Wahrnehmungsweisen natürliche Erscheinung. Erfahrungswissen, objektivierbar? Kaum. Doch so dachte die Wissenschaft vor allem in Westeuropa etwa zweihundert Jahre, und dementsprechend sind heute noch Lehren an Unis und in Ausbildungen, so ist das, was allgemeines Wissen heisst, und darüberhinaus findet nur jemand Weiteres, der eigenes Interesse hat und forscht und sich mit bemüht.
Was heisst Spiritualität? Das Herz beginnt zu lachen. Einfacher geht es kaum. Worte hin, Worte her. Man wird lebendig, fröhlich, tiefer, vor-denklicher statt nach-denklich, denn nachhängen bringt nichts. Man liebt und lebt mehr im Jetzt. Im Hier und manchmal anderswo. Multi-dimensional. Mit dem Bewusstsein an mehreren Orten oder Seinsweisen, nacheinander oder zugleich, kontinuierlich oder ab und zu. Das Göttliche Selbst, die Tiefenseele oder Supramentales Bewusstsein (indischer Ausdruck) genannt, reguliert, bereichert, bringt Erweiterung und Erfahrungen. Es bedeutet Aufrichten, auch Auf-Richten im Sinn des Reinigens in und mit sich selbst, ein “Jüngstes Gericht” in der eigenen Seele – im Sinn des Aufräumens und Stärkens des Wesentlichen. Und danach? Dabei? Das Tiefenselbst wird gestärkt. Masken weichen dem Echten der Seele. Ein Weg zur und der Meisterschaft. Der innere Meister schafft.

In manchen Kulturen der Erde wie Tibet als sogenanntes Dach der Welt wird Sensitivität und Medialität als ein Zeichen gesehen, dass ein Mensch der Welt Segen bringen kann: Indem er die feinen Sinne des Herzens nutzt, nimmt er mehr wahr von dem, was vor sich geht und ist ein Mittler von Liebe.
Menschen können dort mit dem Wissen von Kindheit an erkannt und begleitet werden. Dabei werden sie stabilisiert in ihren manchmal anstrengenden medialen Erfahrungen. Meist werden die Anlagen im Bezug zum Göttlichen aufgefasst, bei unterschiedlichen Bezeichnungen. Man geht davon aus, dass ein göttlicher oder “beseelter” Funke allem innewohnt und man ihn entzünden kann zu einer stabilen Flamme.

Die Psychologie des Westens entwickelte sich (bislang) meist ohne ausgesprochenes Wissen um Medialität, doch einige Therapeuten entwickelten es wieder, so Maslow zum Beispiel, Ken Wilber, Christina und Stanislav Grof. Mehr Entfaltung, spirituelle (transpersonale) Entfaltung und das Wiederent-deckens des göttlichen Ursprungs des Menschen waren Folge. Das Wissen wird zurück an die Unis gebahnt.
Maslow und daraus hervorgehend die transpersonale Psychologie brachte Sensitivität ins Bewusstsein zurück. Sie beginnt zunehmend fusszufassen und begreift innere Entwicklung auch als spirituelle Entwicklung.
Die Schulmedizin sieht Veränderungen durch Energie bei medialen Vorgängen und Spiritualität in Körper, Seele und Geist meist für Erfindung, ausgenommen die transpersonal orientierte oder die Ethnomedizin. Auch die Energiemedizin, die in Verbreitung ist, hält sie für möglich. Die Schulmedizin geht von subjektiver Erfahrungswelt aus ohne körperliche Wirkungen und benennt sie als psychosomatisch.
Energieveränderungen durch Sensitivität, Medialität, Spiritualität haben im fernöstlichen Kulturkreis eigene wissenschaftliche Gebiete wie die Meditationsforschung. Es ist eine Synthese zwischen spirituellem Denken und Wissenschaft, in der man Intuition als Methode der Erkenntnis anerkennt.