… Fast-Professorin

Wie im Artikel unter „Beruflich SO Erfahrene:“ zu lesen steht im unteren Teil der Seite, habe ich einige Jahre zuvor, als ich auf einen Empfang eines Professors an der FH eingeladen worden war zu seinem offiziellen Dienstabschied – längere Zeit, bevor er wirklich den letzten Tag haben würde -, überraschend für mich eine Stelle als Professorin angeboten erhalten an „meiner Heimat-FH“. Dieser Professor – er kennt mich seit Beginn meines Studiums – wollte also in den Ruhestand gehen. Ich schätzte ihn sehr wegen seiner Feinfühligkeit, Umsicht und Rücksichtnahme auf Wesen. Er war eine jener Personen, die Ruhe, Liebe für andere Wesen insgesamt, ein wohlwollendes Achten und mehr ausstrahlen. Was mich freute in Bezug auf sein Angebot, war, dass er mich und die Entwicklung, die Tätigkeiten, die noch selten im universitären Spektrum findbar sind aufs Gros der Lehr- und Lerninhalte bezogen, kannte. Er hatte mir einmal geraten, auf meine Frage an ihn, wie ich die Hellsinne am Besten in die Soziale Arbeit einbauen könne, sie als „persönliche Kompetenz“ zu bezeichnen. Denn seit Beginn des Studiums und schon vorher hatte ich aktiv mit den Sinnen mit Hilfsanliegen für andere Personen gearbeitet und suchte im Studium nach Möglichkeit, sie möglichst offen einbeziehen zu können in die Arbeit. Leider ist es oft so, dass diese Sinne – obwohl gemäss spirituell kundigen Personen und auch nach meiner Ansicht – latent in allen Personen sind, sie noch selten im Gros als existent angenommen bzw. gelehrt werden. Dies praktiziert z.B. die humanistische Psychologie zum Teil – Empathie ist ein Hauptwort hierfür – und besonders die Transpersonale Psychologie. Dass ich inzwischen mehr noch durch persönliche Entwicklung seit Studienabschluss als Heilerin und sensitiv = hellsinnig zur Hilfe für andere wahrnehmende Person, mit Reisen und Seminaren, Einzel-, Paar-, Gruppenterminen freiberuflich einzeln und in Kooperationen mit Ärzten, Heilpraktiker und weiteren Personen tätig war, wusste er. Ich war wirklich überrascht, denn ich erhielt wertschätzend die Anregung, dies alles doch in eine Professur mit einbringen zu können bzw. zu mögen. Wenn ich wolle, könne dafür gesorgt werden, dass es klappe mit der Stelle. Ich sah mich in einer inneren Auseinandersetzung, die erst nach dem Gespräch, als es sackte, tief wurde. Derzeit hatte ich bereits Termine für mehrere Monate mit bereits eingegangenen Pflichten an mehreren Orten. Der Anlass zunächst nicht anzunehmen lag hierin: Obwohl die Möglichkeit einerseits verlockend war, allein mit einem sicheren Gehalt auch und gewisser Gestaltungsmöglichkeit, an der FH einzusteigen, liess ich es dann doch im inneren Gefühl, dass es nicht das Richtige sei. Dies hat auf der einen Seite mit dem ständigen Rede-Zwang zu tun, den  man als Professorin hat: Ich hätte z.B. oft sprechen müssen, mit Nötigkeit dazu in Vorlesungen und anderen Veranstaltungen wie Seminaren – etwas, das mir auf Dauer nicht sehr nah ist. Ich könnte es: ja. Doch in der Waage ging die Entscheidung dahin, aus der FH erst einmal jedenfalls herauszubleiben. Dies hatte einen klaren Grund: Ich musste viel meditieren, um einen gewissen Bewusstseinszustand halten zu können, der mir beim Heilen sehr wichtig war. Die völlige Ruhe und das ungestörte In-Sich-Vertiefen-Können waren eine Grundlage dafür. Dabei war es machbar und oft schön, eine ganze Weile überhaupt nicht zu sprechen und sprechen zu müssen vor allem. Es sammelt Kraft, die – und das merk(t)e ich deutlich in allen Terminen – letztlich ausschlaggebend dafür war, ob und wie sehr ich zentriert bin. Die Zentrierung kann massgeblich für die Qualität des Ergebnisses sein – wie es einer Person in einem Termin oder anschliessend gehen mag. Da ich dies sehr ernst nehme, entschied ich mich dafür, lieber noch mehr in Ruhe sein zu wollen, um genau das pflegen zu können.
Da zunehmend Personen kamen, die ich als schwerkranke oder behinderte in einer Heilpraxis in Niedersachsen oder einem Institut in Berlin sowie in freien Seminaren und Sitzungen sah, mit dem Versuch, heilerisch mit Konzentration aufs Göttliche – „Höchstes reinstes Göttliches“ – etwas für sie zu verändern zu wollen, merkte ich, WIE wichtig diese innere Zentrierung ist. Es war enorm  nützlich, dazu einen gewissen Abstand zu sonstigen Betriebsamkeiten erreichen zu können. Davon, das hatte ich gemerkt, könnte das Leben oder die Lebensqualität der Personen abhängen, mit denen ich in Kontakt kam. – Man könnte jetzt auch sagen: Ach wo, „das Göttliche“ sorgt schon für die Leute, und das sicher besser als jede hier geborene Person, auch „inkarniert“ genannt.
Ja, das mag sein. Doch: Wenn wir uns auf der Welt umschauen, ist aber noch zu viel Leid übrig, wo „das Göttiche“ offensichlich noch nicht voll hingekommen ist oder kommen konnte – ? -, daher verlasse ich nicht auf Annahmen, sondern auf das, was ich klar als wahr fühlen kann oder als wahr erkannt habe durch Beweise.

Wäre stiller Darshan – eine Art von Energieübertragung, ein Geist-Seele-Körper-Aufbau anstrebend hiermit – schon damals eine Lehrmethode gewesen, die man anerkannterweise einsetzen dürfte zum inneren Entfalten der Studierenden, hätte ich wohl eher die Stelle zugesagt.

So nahm einen anderen Verlauf als jenen, der es hätte werden können.

Sieht man es rein vom Finanziellen, wäre eine Zusage sicher richtig gewesen. Verantwortlichkeit ist der Schlüssel, bei dem sich zu suchen lohnt: für andere. Wenn von der Warte aus mit der Frage „Was meine ich wirklich tun zu wollen, zu können, und was brauche ich dazu an Befähigungen und Voraussetzungen, sie erfüllen (halten, ausbauen, sich entwickeln lassen) zu wollen und/oder zu können und das Innere in Prüfung dessen in Bezug auf die mögliche Professur sagt „nein“, hat es einen Grund, einen mit Voraussicht, mit Weisheit womöglich. Das mag auch zutreffen nach Erfahrung, wenn man noch nicht klar absehen kann, warum es so sein mag. Es war damals nur einfach ein deutliches Gefühl. Wenngleich ich mir eine sehr viel bessere, im  Materiellen auch stabilere Basis hätte schaffen und mit vielen netten Menschen Kontakt hätte erhalten können – studierende und lehrende Personen – wusste ich schlicht: Es gibt eine andere, bessere Lösung.

Insofern kann ich sagen: Ich bereue es nicht, denn ich habe in der Situation, in der Phase, klar auf mein Inneres gehört, und die Entscheidung war klar. Wer weiss, wozu es noch gut gewesen ist oder noch sein mag.

Ich hätte übrigens „Lehrkraft für besondere Aufgaben“ werden können. Es freut mich jedenfalls, damals wie heute, dass ich als Person bzw. meine Arbeit – an der ich bereits vor dem Studium war, indes und seitdem bis heute und fort – bekannt als auch für integrierbar in den Studiengang Sozialwesen (Soziale Arbeit und Gesundheit heisst er auch) gehalten wurde. Vielen Dank dafür.

Lieber Gruss von Christine Schüren